Wie Aaron Niederkircher am Mercedes W116 starb

Es beeindruckt mich, dass es in einer hektischen Welt noch ausreichend Menschen gibt, die sich an „früher“ erinnern.

Der geilste Wagen, der je gebaut wurde

Diese Woche bekam ich die dritte Mail innerhalb von knapp 2 Wochen von Menschen, die sich noch an den Aaron Niederkircher erinnern, der ein literarisches Experiment war, als er 2010 begann, in einem Blog zu ermitteln – damals noch ein halbwegs exotisches Format. In der Literatur vollkommen exotisch, wobei es ja ein Stück weit nichts anderes war als ein klassischer Fortsetzungsroman, wie man ihn bereits vor 150 Jahren kannte. Nur eben Digital.

Damals lebte ich im Taunus, arbeitete aber in München. Montags um 4:30 aufstehen, zum Zug hetzen – da war ich abends nicht irre müde, sondern völlig aufgedreht. Morgens 4 Stunden Zugfahrt, abends Korrekturlesen, dienstags früh oder montags Nacht erschien das neue Kapitel. Mein persönliches Experiment. Irgendwann merkte ich dann, dass die Besuche bereits am montags Mittags zunahmen. Da gab es also Leute, die auf „Den neuen Niederkircher“ warteten. Ich begann, in der Woche zu schreiben, verfeinerte die Woche über und brachte es am Montagabend auf satte 400-700 Leser und 2000 Fans auf Facebook – damals war das durchaus eine Menge.

Dann wich ich zunehmend ab und widmete mich schon ab Juni 2010 mit alten Freunden dem Youngtimer-Blog, der in den kommenden Jahren unser aller Lieblingsobjekt werden sollte. Es folgten dort 2 Bücher, die große Teile des Blogs und ein paar neue Geschichten sammelten.

Nicht ganz konfliktfrei

So blieb der dritte Fall der damaligen ESFIE tatsächlich sogar ungelöst zugunsten von Mercedes W116 und Artverwandten. Aus heutiger Sicht unglaublich. Im Moment liegt dafür der Youngtimer-Blog oder Fahrzeugkultur und zwei Youngtimer-Bücher im Dämmerschlaf, weil das scheinbar nur als Team funktioniert…

Und da schlagen plötzlich diese Mails auf von Menschen, die sich an dieses Projekt erinnern und fragen, ob man das nicht finalisieren und als Buch herausbringen kann.

Ich sage ganz ehrlich: Ich bin da gespalten. Der alte #Aaron Niederkircher ist mir nicht so nahe wie der heutige. Inga stößt erst im dritten Fall zu ihm und bleibt mir dort viel zu unauffällig am Rand sitzen, obwohl sie schon ganz cool ist. Aber es mangelt ihr noch an Präsenz. Johannes gibt es nur am Telefon – vieles ist da einfach nicht so, wie ich es heute, immerhin 8 Jahre später, sehe.

Vielleicht druck ich es mal aus und denke drüber nach…

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