Wenn Du als Krimi-Autor eine Leiche im Wald findest….

Ja, okay… ich habe den Fuchs getötet – schuldig im Sinne der Anklage. Aber das habe ich nicht recht verdient.

Was ist die Geschichte? Ich bin viel im Wald unterwegs – mit dem verrückten Hund, der mehr als 10.000 Schritte am Tag braucht. Ich habe meine Plätze – auch solche, an denen ich schreibe oder auch gerne Korrektur lese, während der Hund begeistert schwimmend den modrigen Gestank eines nahegelegenen Tümpels annimmt.

Insofern: Ich bin prädestiniert, im Wald mal irgendwann eine Leiche zu finden und hatte dazu auch kürzlich mal im Rahmen meiner Recherchen für SPUR VON BLUT ein reichlich gruseliges Gespräch mit einem Förster…

Aber dazu später sicherlich noch mehr.

Jenseits dessen habe ich natürlich den Fuchs umgebracht. Aber eben nur literarisch.

Ich genieße meine bekannten Wälder und die Natur, die Bäume, die Luft. Von Zeit zu Zeit will ich aber auch mal einen neuen Wald erkunden. Das habe ich kürzlich wieder einmal getan – und wenn Du ganz ganz tief im Wald bist, dann rechnest Du ja mit allem möglichen. Gerade jetzt: Der Nebel senkt sich auf Dich herab, es wird früh dunkel – und was war das? Hat sich da hinten unter dem nassen Herbstlaub nicht gerade eben etwas bewegt? War das nur eine Feldmaus oder schleicht sich da gerade jemand an – man liest ja in Krimis immer wieder, dass es gerade in der dunklen Jahreszeit….

Vorstellbar, das ängstlichere Menschen da durchaus hier und da mal eine Schrecksekunde haben.

Wohl dem, der dann einen Hund bei sich hat, der stets etwas unerwartetes tut – in dem Falle: Wegrennen, unerwartet, rasch, von der Nase gesteuert und nicht so leicht einzuholen.

Also hetzt Du dich ab und schwörst Dir, dass du beim nächsten Mal diese Leine – und dann das!

Was hat der Hund denn da gefunden – um Gottes Willen – schnüffelt der da am Ende an einem toten Reh? Der bringt es fertig und knabbert das an. Du rufst seinen Namen, rennst jetzt schneller – das Notebook in deinem Rucksack schlägt Dir gegen das rechte Schulterblatt – und da ist der neue Text drauf – mit dem Ding musst Du vorsichtig sein!

Dann triffst Du rufend und abgehetzt neben dem verrückten Hund ein und siehst – einen Toten Fuchs….

Wirkt eigentlich ganz friedlich, oder?

What?

Ernsthaft?

Tatsächlich – am Rande einer stillgelegten Bahnstrecke liegt hier ein ernsthaft toter Fuchs. Im Gegensatz zu “meinem” ist er vollständig und wirkt eigentlich noch ganz dekorativ – nur bewegen mag er sich nicht…

Ich frage mich wirklich, wie ich zu diesem Tier stehe und ob ich mich nicht spätestens jetzt irgendwie angeklagt fühle….

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