Kuhrier Njuh

Früher, in der Redaktion, hieß Courier New immer “Diese Schreibmaschinenschrift” – und jeder wusste irgendwie, was gemeint war.

Tatsächlich wurde diese Schrift, die bereits in den 50er Jahren entwickelt wurde, ausgerechnet von Adrian Frutiger für die elektrischen Schreibmaschinen der Firma IBM adaptiert und entwickelte sich zum wichtigsten Standard-Schrifttypen in den Folgejahren. Wie es bei Schreibmaschinen üblich war, ist sie eine nichtproportionale Schriftart, das heißt, alle verwendeten Buchstaben sind exakt gleich breit – oder genauer: Es steht ihnen derselbe Raum zur Verfügung – ein “I” ist natürlich weniger breit als ein “W”.

Und genau diese Qualität der Schrift ist es, die sie zur Lieblingsschrift aller Korrekturleser macht. Eine Garanmond, eine Frutiger, eine Times New Roman- alle sin sie zu nett zum Auge, zu schmeichelnd zum Text, zu einlullend, zu übertünchend, als dass man mit ihnen tatsächlich an einem Text arbeiten könnte.

Wer seinen Text roh betrachten will, Fehler im Text, Unschärfen im Satzbau finden will – der nimmt Cournier New her. Die ist erhlich, die ist messerscharf, die verschleiert nichts. Und durch diese Schule muss jeder gute Text.

Und das passiert jetzt gerade, bevor noch einmal berufenere Korrekturleser auf einen Text schauen, der erneut runde 400 Seiten umfasst und demnächst als Band 3 der Aaron-Niederkircher-Serie erscheinen wird. Ich freue mich drauf.

 

 

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